Rákosrendező Projekt

Öffentliche Grünanlage · Wohnpark

Rákosrendező Projekt

Für das Gebiet Rákosrendező haben wir einen nahezu zwei Kilometer langen, in Nord-Süd-Richtung verlaufenden, naturnahen öffentlichen Park entworfen. Budapest verfügt innerhalb seines Stadtgefüges bislang über keinen zusammenhängenden, der Durchlüftung dienenden Grünzug dieser Größenordnung. Das Grüne Tal schließt diese Lücke und entwickelt das heutige postindustrielle Areal zu einem der ökologischen Kernräume der Hauptstadt.

Der Schlüssel des Konzepts ist der „poröse Stadtrand“. Die dichte Bebauung konzentriert sich an den Rändern des Gebiets, während die innere Landschaft als großzügige, zusammenhängende Einheit erhalten bleibt. Gebaute und natürliche Umgebung werden nicht durch eine scharfe Linie voneinander getrennt, sondern gehen schrittweise ineinander über. Nach unseren Berechnungen entfaltet die Grünfläche dadurch eine etwa doppelt so starke räumliche Wirkung wie bei einer konventionellen Stadtentwicklung.

Die Landschaftsarchitektur selbst ist als Prozess der ökologischen Regeneration angelegt. Die heute artenarmen Lebensräume werden durch eine gezielte Beschleunigung der natürlichen Sukzession aufgewertet. Der vorhandene Baumbestand wird selektiv entwickelt, Grünlandflächen und Ökotone werden mit Saatmischungen heimischer krautiger Arten angelegt, eine sanfte Geländemodellierung hält das Wasser vor Ort zurück, und die Waldflächen werden nach den Grundsätzen einer dauerwaldartigen Bewirtschaftung weiterentwickelt. Zusätzlich entstehen Feuchtlebensräume. Entlang der Nord-Süd-Achse wechseln sich trockene und feuchte Wiesen sowie trockene und feuchte Waldlebensräume ab und stellen schrittweise die ursprüngliche Lebensraumstruktur des Gebiets wieder her.

Ein zentrales Element des blau-grünen Infrastruktursystems ist die Revitalisierung des Rákos-Bachs. Sie schafft sowohl eine fußläufige als auch eine ökologische Verbindung zwischen der östlichen und der westlichen Seite des Gebiets. Das gesamte Niederschlagswasser wird vor Ort zurückgehalten und bewirtschaftet. Regengärten, wasserdurchlässige Beläge, Gründächer und Versickerungsflächen sorgen dafür, dass kein Niederschlagswasser in die öffentliche Kanalisation eingeleitet wird.

Die fachliche Basis des Parks bildet die auf der Kapagyár-Insel entstehende Landschaftsmanufaktur, die Landscape Factory. Sie dient als Forschungs-, Bildungs- und Experimentierwerkstatt und zugleich als Inkubator für die weitere grüne Entwicklung des Gebiets.

Der Park wird nicht als abgeschlossener Endzustand eröffnet, sondern reift schrittweise gemeinsam mit den ökologischen Prozessen heran. Radwege, Picknickbereiche, Sportanlagen und kulturelle Programme werden diesem Rhythmus folgend nach und nach ergänzt. Die geplante Grünfläche wird schließlich insgesamt 50 Hektar umfassen, darunter mehr als 20 Hektar zusammenhängende öffentliche Parkfläche.

Galerie

Mitwirkende

Planungskonsortium:

MCXVI Építészműterem
StudioVlayStreeruwitz
CZIRJÁK SZABÓ Kft.
4D Tájépítész Iroda
LAND LAB
Mobil City Bt.
con.sens

Verfasserinnen und Verfasser:

MCXVI: Herczeg László, Szokolyai Gábor, Fonyódi Mariann, Kálna Dávid, Monory Rebeka, Hegymegi Júlia, Kormányos Anna, Prőhle Borbála, Páll András, Szabó György, Bedőcs Berna
VLST: Bernd Vlay, Lina Streeruwitz, Marie-Therese Krejcik, Oscar Binder, Ying Wang, Philipp Kitzberger, Heike Vögele, Michael Szeiler
CZIRJÁK SZABÓ Építészeti és Mérnöki Kft.: Szabó Árpád, Czirják Ágnes
4D Tájépítész Iroda: Balogh Andrea, Majoros Csaba, Báthoryné Dr. Nagy Ildikó Réka, Gulyás Soma, Házi András, Komes Daniel, Bolyki Fanni, Gunzinam Liza, Tacsi-Sas Brigitta
LandLab: Miriam García, Luis García García, Jordi Miró, Konstantina Pagkalou, Sara Heredia
Mobil City Bt.: Macsinka Klára
con.sens: Laurentius Terzic

Weitere Projektbeteiligte:

Visualisierungen: PS Alkotó Kft.
BIM-Modell: Novu Tervezőiroda Kft.
Co-Housing-Beratung: Babos Annamária, Madaras-Horogh Petra
Klimaberatung: Lapinskas Lilla
Projektentwicklungsberatung: Ecorys Magyarország Kft., IPDM Consultant Kft.