Visualisierung des erneuerten Parks am Szent László tér: Sitzplätze unter Bäumen, Staudenbeete, im Hintergrund die von Ödön Lechner entworfene Kirche

Öffentlicher Park · Öffentlicher Raum

Landschaftsarchitektonischer Ideenwettbewerb Szent László tér

Unser Beitrag zum landschaftsarchitektonischen Ideenwettbewerb für die Erneuerung des Szent László tér und seines Umfelds in Budapest-Kőbánya wurde mit einem Ankauf ausgezeichnet. Den Wettbewerb lobte die Bezirksverwaltung von Kőbánya aus.

Der Szent László tér bildet das historische Zentrum von Kőbánya. Die von Ödön Lechner entworfene Kirche, die als Teil seines architektonischen Werks auf der ungarischen UNESCO-Tentativliste steht, ist von einer Parkanlage umgeben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Kőrösi Csoma Sándor út liegt der Park vor dem Kulturzentrum. Ziel der Auslobung war es, die Funktion des Platzes als Bezirkszentrum zu bewahren, die visuelle Verbindung zwischen dem Park rund um die Kirche und dem Bereich vor dem Kulturzentrum zu stärken und die grün-blaue Infrastruktur weiterzuentwickeln. Die Erneuerung sollte zudem in Etappen umsetzbar sein.

Eine der spannendsten Fragen war für uns, wie sich der Jugendstil, die Freiraumgestaltung der 1970er-Jahre und die heutige Nutzung öffentlicher Räume miteinander verbinden lassen. Der Platz trägt die Spuren unterschiedlicher Epochen. Unser Entwurf untersucht ihr Verhältnis zueinander: Wie können die Kirche und ihr Umfeld ihren eigenen Charakter bewahren und zugleich Raum für alltägliche Begegnungen, Erholung und gemeinschaftliches Leben bieten?

Unser Entwurf orientiert sich am unterschiedlichen Charakter des Parks rund um die Kirche und des Umfelds des Kulturzentrums. Rund um die Kirche bewahren wir die historistische Raumstruktur. Die symmetrische Anlage ist mit kleineren Veränderungen bis heute erhalten; wir schlagen ihre Wiederherstellung und Ergänzung vor. Im südlichen Bereich, rund um das Kulturzentrum, hat der Platz seit den 1970er-Jahren mehrere Veränderungen erfahren. Diese Zeitschicht erhalten wir und entwickeln sie weiter, ausgerichtet auf die durch die Kirche bestimmte Sichtachse. Hier schlagen wir einen zeitgemäß gestalteten Freiraum vor, der die Fußwegeverbindungen sichert und in seinem nördlichen Abschnitt Raum für gemeinschaftlichen Aufenthalt, Zusammenkünfte und Erholung bietet.

Anstelle des kleinteiligen Nebeneinanders unterschiedlicher Beläge schlagen wir ein einheitliches, auf die jeweiligen Nutzungen abgestimmtes Belagssystem vor. Die Gestaltungselemente greifen die in Ungarn als „Münzen des heiligen Ladislaus“ bekannten Fossilien und die damit verbundene Legende auf. Belagselemente und Sitzsteine bilden die flachen, runden Kalkgehäuse der Nummuliten nach, einst lebender Großforaminiferen. Einer Variante der Legende zufolge streute König Ladislaus der Heilige Goldmünzen vor die ihn verfolgenden Kumanen. Die Münzen verwandelten sich daraufhin in Stein.

Das Regenwasser von befestigten Flächen leiten wir in die Grünflächen und setzen wasserdurchlässige Beläge sowie Versickerungsanlagen ein. Als mittelfristiges Ziel schlagen wir außerdem die koordinierte Sammlung und Nutzung des Dachflächenwassers vor. Das Pflanzkonzept umfasst trockenheitsverträgliche, pflegearme Stauden und klimaresiliente Sträucher. Sie schaffen klar gegliederte Grünflächen, die sich in den historischen Charakter des Kirchenumfelds einfügen.

Bei der Erschließung hat der Fußverkehr Vorrang. Die bestehenden Wegeführungen des öffentlichen Verkehrs und des Radverkehrs bleiben erhalten; auf der Kőrösi Csoma Sándor út schlagen wir einen neuen Fußgängerüberweg vor. Die Erneuerung ist in drei Bauabschnitte gegliedert. Bei der Gestaltung der Flächen rund um die Kirche haben wir auch den Raumbedarf des Szent-László-Tage-Festivals und des Marktes berücksichtigt.

Galerie

Wettbewerbspläne

Landschaftsarchitektonischer Ideenwettbewerb — 4 Pläne

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