Eingang des Bürogebäudes Szervita Square mit Ginkgobäumen, Pflanzbeet und Holzsitzbank

Öffentlicher Raum

Szervita Square – Landschaftsarchitektur

Das Landschaftsarchitekturbüro 4D gestaltete den Eingangsvorplatz des Gebäudes Szervita Square zum Szervita tér in der Budapester Innenstadt. Das 2020 fertiggestellte Projekt verbindet die umliegenden öffentlichen Räume mit den Innenräumen im Erdgeschoss. Der Vorplatz dient der Erschließung, nimmt Fußwege auf und bietet einen Treffpunkt am Platz. Seine Gestaltung wurde durch die Gebäudeeingänge, die Wege aus den angrenzenden Straßen und die Anforderungen an die Bepflanzung über einer Geschossdecke bestimmt.

Übergang vom Stadtraum zum Gebäude

Eine wesentliche Entwurfsaufgabe war die Gestaltung des Übergangs zwischen dem Szervita tér und dem Gebäude. Der Vorplatz gehört zum Gebäude, ist in seiner Nutzung und Erscheinung jedoch ebenso mit dem öffentlichen Raum verbunden. Die Wege der ankommenden Fußgänger, die Lage der Eingänge und die Erschließung der Innenräume wurden deshalb gemeinsam betrachtet.

Das zentrale Atrium im Erdgeschoss bildet eine Passage zwischen der Fehér Hajó utca und dem Szervita tér. Wer aus Richtung Deák tér kommt, kann den Platz durch das Gebäude hindurch erreichen. Das innen liegende Atrium und der äußere Vorplatz werden damit zu aufeinanderfolgenden Abschnitten einer gemeinsamen Wegeverbindung.

Einheitliche Belagsmaterialien sowie Ausstattungselemente, die sowohl im Außen- als auch im Innenraum eingesetzt werden können, unterstützen diesen Zusammenhang. Die räumliche Verbindung zeigt sich dadurch auch in den Oberflächen und Details.

Höhenunterschiede und Raumkanten

Der Vorplatz liegt teilweise über dem Niveau seiner Umgebung und ist als Terrasse ausgebildet. Sanft geneigte Wege und Treppen gleichen die Höhenunterschiede zwischen den Gehflächen und den Gebäudeeingängen aus. Ihre Anordnung orientiert sich an den Zugängen zum Gebäude und den Fußwegen über den Vorplatz.

Zum Szervita tér wird der Eingangsbereich durch erhöhte Pflanzbeete mit Bäumen und Sträuchern gefasst. Sie stellen den erforderlichen Wurzelraum bereit und übernehmen zugleich eine räumliche Aufgabe: Sie gliedern den Vorplatz und prägen seine terrassierte Gestaltung.

Die Formen der Pflanzbeete, Treppen und Deckenöffnungen nehmen Bezug auf die Gebäudefassade. In diese Gestaltung sind auch die Treppe und der Aufzug zu den Einzelhandelsflächen im ersten Untergeschoss eingebunden. Die Nutzung des Vorplatzes und die Erschließung der unteren Ebene werden so innerhalb eines gemeinsamen Entwurfs gelöst.

Bepflanzung über einer Geschossdecke

Der gesamte Vorplatz befindet sich über einer Geschossdecke. Der verfügbare Wurzelraum musste daher im Entwurf gezielt vorgesehen werden. Tiefe und Abmessungen der Pflanzbeete wurden auf die Standortansprüche der ausgewählten Bäume und Sträucher abgestimmt. Maßgeblich war dabei auch der Raum, den die Pflanzen für ihre weitere Entwicklung benötigen.

Ein ausreichendes Substratvolumen ist an diesem Standort eine wichtige Voraussetzung für den dauerhaften Bestand der Vegetation. Ziel war es, Bedingungen zu schaffen, die ein gesundes Wachstum im städtischen Umfeld ermöglichen. Dazu gehört nach der Fertigstellung auch eine regelmäßige und fachgerechte Pflege.

Die in der Baumschule vorkultivierten Ginkgobäume zeigen auch sechs Jahre nach der Pflanzung eine gute Vitalität und haben deutlich an Größe gewonnen. Ihre Entwicklung liefert eine wichtige Rückmeldung zur Bepflanzung über der Geschossdecke. Die Qualität des Projekts lässt sich damit auch Jahre nach der Fertigstellung anhand der Nutzung des Freiraums und der Entwicklung seiner Vegetation beurteilen.

Galerie

Mitwirkende

Landschaftsarchitektur: 4D Tájépítész Iroda
Entwurf: Andrea Balogh, Csaba Majoros
Projektteam: Janka Bulath, Zsófia Eszenyi, Mónika Mandel, Veronika Terpó
Generalplanung: DVM Design Kft.
Ausführung: Kisvakond Kft.